Spa Hotel Haltmair am See

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Ausgangslage

Das Hotel Haltmair am See liegt direkt am Tegernsee und ist seit jeher als Ort der Ruhe und Erholung gedacht. Der Spa-Bereich bildet dabei einen zentralen Bestandteil des Hauses: als Rückzugsort, als Ausgleich zum Außenraum, als bewusster Gegenpol zum Alltag.
Im Zuge der Erneuerung des Kosmetikbereichs entstand der Wunsch, diesen Anspruch räumlich neu zu fassen. Nicht als Erweiterung bestehender Bilder, sondern als präzise Überarbeitung – mit dem Ziel, Ruhe durch eine zeitgemäße Raumnutzung neu zu ordnen und den Fokus konsequent auf das Schaffen von Atmosphäre zu legen. Grundlage dafür ist eine bedachte Auswahl von Materialität und Formensprache, die Klarheit schafft und dem Raum eine ruhige, stimmige Präsenz verleiht. Der bestehende Raum wurde hinterfragt, reduziert und neu gedacht. Überlagerungen wurden zurückgenommen, visuelle Reize bewusst minimiert. Der Spa-Bereich sollte nicht mehr erklären, sondern wirken.

Konzept & Haltung

Reduktion wurde zur gestalterischen Haltung. Nicht als formales Stilmittel, sondern als bewusste Entscheidung für Klarheit und Präsenz. Die Gestaltung folgt einer zurückhaltenden Formensprache mit sanften Rundungen und fließenden Übergängen, die den Raum öffnen und gleichzeitig sammeln.

Der gespachtelte Boden bildet ein durchgehendes Kontinuum zu Wand und Decke. Dadurch entsteht eine ruhige, beinahe schwebende Raumwirkung, die Grenzen auflöst und dem Raum eine selbstverständliche Geschlossenheit verleiht. Formen ordnen sich der Atmosphäre unter, Details treten zurück und schaffen Raum für Wahrnehmung und Konzentration.

Material- & Raumwirkung

Die Material- und Farbpalette ist bewusst begrenzt. Esche und Kalkstein setzen natürliche Akzente und bringen Wärme und Tiefe, ohne den Raum zu dominieren. Ihre Oberflächen sind ruhig, taktil und klar gewählt. Sie wirken nicht dekorativ, sondern konstruktiv und tragen die räumliche Haltung. Der zentral platzierte Tisch wird so selbst zum architektonischen Element. Entstanden nach einem eigenen Entwurf von Marie Eham, verbindet er Materialität und Funktion in einem klaren, reduzierten Ausdruck. Die massiven Steinfüße bleiben als sichtbares, konstruktives Element in der Tischplatte erhalten und werden bewusst in diese eingearbeitet. So wird die Statik nicht verborgen, sondern gestalterisch integriert – ein Detail, das Handwerk, Materialehrlichkeit und Präzision sichtbar macht. Licht übernimmt eine zentrale Rolle. Leuchten von Bechter und Flos modellieren den Raum zurückhaltend, verstärken die weichen Formen und betonen das Zusammenspiel von Material, Oberfläche und Licht. So entsteht eine Atmosphäre, die nicht inszeniert, sondern trägt.
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Nutzung & Zusammenarbeit

Die Umsetzung entstand in enger Abstimmung zwischen Planung, Handwerk und ausführenden Gewerken. Entscheidungen wurden im Prozess getroffen, Details gemeinsam entwickelt und konsequent auf das Gesamtbild abgestimmt. Leitend waren Präzision, Materialehrlichkeit und ein hoher Anspruch an handwerkliche Qualität.

Projektinformationen:
Fertigstellung: Februar 2026
Planung & Entwurf: Marie Eham
Schreinerarbeiten: EHAM GmbH
Lederarbeiten: Anju Studio
Fotografie: Peter Oliver Wolf